|
Im Fokus unserer klinischen Forschung und der Grundlagenforschung steht seit Jahren eine Gruppe rheumatischer Erkrankungen, die als Spondyloarthritiden bezeichnet werden. Dazu zählen die ankylosierende Spondylitis (AS, Morbus Bechterew) als Prototyp, die reaktive Arthritis, die Spondyloarthritis bei Psoriasis und die Spondyloarthritis bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Diesen Erkrankungen gemeinsam ist ein ähnliches klinisches Bild mit den Leitsymptomen entzündlicher Rückenschmerz und/oder eine asymmetrische Arthritis bevorzugt der unteren Extremitäten, die Assoziation mit dem genetischen Marker HLA-B27 und ein auslösender bakterieller Trigger am Beginn der Erkrankung. Von Interesse ist auch, dass alle diese Erkrankungen in einer ankylosierenden Spondylitis enden können, besonders wenn die Patienten positiv sind für den genetischen Marker HLA-B27.
Im Bereich der klinischen Forschung haben wir uns besonders mit der Epidemiologie, der Etablierung neuer Diagnosekriterien und der Verbesserung der Diagnostik der Spondyloathritiden beschäftigt. Außerdem führen wir eine Reihe therapeutischer Studien durch, mit dem Ziel die Behandlung der Spondyloarthritiden weiter zu bessern.
Im Bereich der Grundlagenforschung untersuchen wir die Pathogenese der Spondyloarthritiden. Wir konzentrieren uns dabei auf die Erforschung der immunologischen und osteologischen Zusammenhänge, d.h. wir suchen nach den auslösenden Stimuli, den immunologischen Mechanismen der Gelenkentzündung und den Faktoren, die die für die ankylosierende Spondylitis typische pathologische Knochenneubildung im Bereich der Wirbelsäule (Syndesmophyten) auslösen. Diese Arbeiten werden durch mehrere Forschungsverbünde der deutschen Forschungsgemeinschaft (SFB633, IMMUNOBONE) und des Bundesministerium für Bildung und Forschung (ArthroMark, ANCYLOSS) gefördert.
Projekte
SFB633: Identifizierung krankheitsrelevanter T-Zell-Epitope für die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und ihre rheumatischen Manifestationen In diesem Projekt untersuchen wir die T-Zell-Antwort gegen kommensale, in der Mikroflora des Darmes befindliche Bakterien bei Patienten mit M. Crohn, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung und bei Patienten mit ankylosierender Spondylitis. Zwischen beiden Erkrankungen besteht eine starke klinische Assoziation, d.h. bis zu 10% der Patienten mit M. Crohn entwickeln zusätzlich eine Spondyloarthritis und umgekehrt entwickeln ca. 10% der Patienten mit AS einen Mb. Crohn; bis zu 70% der Patienten mit AS zeigen eine subklinische Darmentzündung. Auf Grund dieser klinischen Assoziation und der Assoziation mit z.T. ähnlichen Risikogenen wird eine ätiologische Verwandtschaft dieser Erkrankungen angenommen. Wir wollen klären, inwiefern pathologische T-Zellantworten gegen kommensale Bakterien zur Krankheitsentstehung beitragen.
IMMUNOBONE: Untersuchung zur Interaktion zwischen Entzündung, Knochenzerstörung und Knochenneubildung bei Patienten mit ankylosierender Spondylitis In diesem osteoimmunologischen Projekt untersuchen wir den Zusammenhang zwischen Knochenentzündung und Knochenneubildung. Besonders die bei der ankylosierenden Spondylitis auftretende Knochenneubildung beeinträchtigt die Funktion und Beweglichkeit der Wirbelsäule und bestimmt die Prognose der Patienten mit ankylosierender Spondylitis. Die Mechanismen, die zu dieser pathologischen Knochenneubildung führen, sind bisher ungeklärt. Durch histologische Analysen und in vitro-Assays wollen wir die Interaktion von Immunzellen und Osteoblasten, d.h. den Zellen die die Knochenneubildung vermitteln, darstellen und die Mechanismen der pathologischen Knochenneubildung aufklären.
ANKYLOSS: Biomarker der Knochenformation bei ankylosierender Spondylitis In diesem Projekt wollen wir Biomarker für Knochenneubildung im Blut von Patienten mit AS identifizieren. Diese Biomarker sollen die Vorhersage einer Syndesmophytenbildung bei Patienten mit AS erlauben. Da wir ähnliche Mechanismen der Knochenneubildung bei Patienten mit Arthrose vermuten, soll die Validität der Biomarker auch hinsichtlich der Vorhersage von Osteophytenbildung (Knochenneubildung bei Arthrose) untersucht werden.
Arthromark: Biomarker for inflammation and bone destruction in ankylosing spondylitis Wir nehmen an, dass der Syndesmophytenbildung eine durch Entzündung vermittelte Schädigung der Knorpel/ Knochensubstanz vorausgeht. Wir suchen daher in diesem Projekt nach Biomarkern, die Knorpel- und Knochenabbau anzeigen und wollen diese mit Entzündungsmarkern korrelieren. Ziel ist es, mit diesen Biomarkern Patienten zu identifizieren, die eine besonders effiziente entzündungshemmende Therapie benötigen.
Kooperationen: In unseren Arbeiten kooperieren wir eng mit dem Deutschen Rheumaforschungszentrum (DRFZ; Prof. Andreas Radbruch) und dem Berlin-Brandenburg-Center for Regenerative Therapies (BCRT; Prof. Andreas Thiel). Daneben hat unsere Arbeitsgruppe überregionale und internationale Kooperationen.
|